"i changes the beat in 1964“ (lloyd knibb*)

als the skatalites 1964 im „hi hat club“ in rae town ihr erstes konzert gaben, war wohl kaum abzusehen, welchen musikalischen einfluss die band auf die jamaikanische musikgeschichte haben wuerde.

in den darauffolgenden jahren waren es nicht zuletzt die mitglieder der skatalites, die mit unzaehligen aufnahmen als ensemble oder in unterschiedlichen besetzungen als studio- und sessionband dem jamaikanischen sound eine eigenstaendigkeit gaben. und das, obwohl sie sich anfangs stark an bereits etablierten musikstilen orientierten. die interpretationen grosser jazz-standards wie z.b. duke ellingstons „caravan“ (bei den skatalites logischerweise „skaravan“) gehoerten genauso zu ihrem reportoire wie latin-inspirierte stuecke („latin goes ska“, „el pussy cat“), pop-adaptionen („ringo’s theme“) und filmusik („from russia with love“, „james bond theme“).
saenger lord tanamo brachte den hauch calypso mit, jackie opel und doreen shaffer eine ordentlich portion soul. das praegenste und verbindende element ihrer musik war (und ist) aber der treibende offbeat, der schliesslich dazu fuehrte, diesen stilmix schlicht und einfach als ska zu bezeichnen.
„we play the songs as it had been played, but we arrange it and play the ska thing our style. we don’t copy the solos.“ (roland alphonso*) es folgten unzaehlige aufnahmen fuer coxsone dodd (studio one), duke reid (treasure isle), justin yap (top deck) und vincent chin (randys) und prince buster, nur um die vermeintlich wichtigsten zu nennen.

inzwischen werden die originalaufnahmen fuer astronomische summen gehandelt. es ist ihre komplexitaet, die auch nach 40 jahren die musik einzigartig macht und fuer unzaehlige ska bands eine nur schwer zu nehmende huerde darstellt: ein leichter, sehr groovender rhythmus von schlagzeuger knibb und bassist brevett zusammen mit eingaengigen blaesersaetzen und unglaublichen soli.

nach durchaus laengeren pausen und reunion-konzerten sind die skatalites seit mitte der 90er jahre in ihrem x-ten fruehling angekommen und touren seitdem in unglaublicher intensitaet und tempo um die welt, anfangs noch mit den inzwischen verstorbenen saxophonlegenden und ausnahmemusikern tommy mccook und roland alphonso. 2004 sind sie nun auf ihrer 40th anniversary tour angekommen. waehrend andere bands in diesem alter allenfalls noch nostalgiker und ergraute fans bedienen, erreichen die skatalites immer wieder ein erstaunlich breites und jungens publikum, die offensichtlich die handgemachte musik geniessen, die zwar spaetestens seit dem ende der „ska-welle“ der 90er abseits jeglicher musikalische trends stattfindet, aber produktions- und klangtechnisch immer wieder up-to-date ist.
war die band letztes jahr noch mit lord tanamo unterwegs, so ist dieses jahr wieder (original-) saengerin doreen shaffer dabei, um mit ihren balladen fuer gaensehaut beim publikum zu sorgen. lester „ska“ sterling spielt saxophon und kein geringerer als posaunist vin gordon ist diesmal mit auf tour. wenn ihr also das erste konzert 1964 verpasst haben solltet, dann bekommt ihr 2004 noch einmal die chance. und diesmal – das ist ausdruecklich meine persoenliche meinung – koennte es wirklich die letzte sein!
sven

zitatquellen:
katz, david (2003): solid foundation. an oral history of reggae. london, s.59/60.

tourdaten:
17.11.
paard van troje
the hague,netherlands
18.11.
the village
dublin, ireland
19.11.
dolan's warehouse
limerick, ireland
20.11.
an cruiscin lan
cork, ireland
21.11.
roisin dubh
galway, ireland
23.11.
cafe hahn
koblenz, germany
24.11.
kesselhaus
berlin, germany
25.11.
kantine
koeln, germany
26.11.
the ned
montreux, switzerland
27.11.
e-werk
leipzig, germany
28.11.
bahnhof langhedeer
bochum, germany
30.11.
muffathalle
munich, germany
01.12.
islington academy
london, uk
02.12.
lemon tree
aberdeen, scotland
03.12.
bongo club
endinburgh, scotland
05.12.
esplanade
singapore

weitere informationen: kesselhaus-berlin.de, skatalites.com