war dun
killamanjaro gewinnt gegen agressiven sentinel das dub-fi-dub
downbeat, the ruler, kann trotz exquisiter ausstattung die crowd nicht auf seine seite ziehen.
black kat floppt sich unterbesetzt bereits in der 1. runde raus.
ausfuehrlicher bericht von danny fiyah:
...and the winner of the first riddim-soundclash is no other than the tallest mountain: killamanjaro...

drehen wir die uhr ein paar stunden zurueck:
21h, am tor zur muffathalle in muenchen scharen sich die ersten dancehall-fanatics in der hoffnung, die tore oeffnen sich bald. schnell wird klar, dass dieses event reggae- und soundsuechtige aus der gesamten bundesrepublik in den sueden zu ziehen scheint. im gewuehl der dialekte nehm´ ich mir erst mal eine auszeit und lausche den storys des herrn screw (downbeat), der - in wohlbemerkt guter stimmung - etwas aus seinem lebenswerk berichtet.
nach mehr als einer stunde des wartens hat man sich dann ueberlegt, die kasse doch zu verlegen. die damit erreichte stimmungsschwankung vieler wartender konnte nur durch das kurz darauf folgende oeffnen der tueren gemindert werden. bei dem anblick, der sich einem drinnen ergab, war die warterei schnell vergessen.
die organisatoren haben sich muehe gegeben und die halle clash-tauglich hergerichtet. 4 sounds, 4 sets. in jeder ecke eins... so wuenscht man sich das.
das warm up uebernahm zunaechst selector bomba (ruff song movement) und seine crew, spaeter dann die jungs vom budadub sound aus muenchen, die auch massgeblich an der organisation beteiligt waren. ein paar big tunes zum aufwaermen der massive, so hoerte man "police in helicopter" in der ersten halben stunde schon zwei mal...was jedoch keinen zu stoeren schien, denn man wartete ja auf den beginn des ersten riddim-soundclash.

1st round:

gegen halb eins war es dann soweit, pionear, der host des abends verlas die regeln und ehe man sich versah, lief die erste runde...
vielleicht habe ich im eifer des gefechts etwas verpasst, aber zu meinem erstaunen musste ich feststellen, dass die reihenfolge der spielenden sounds schon vorher feststand und nicht ausgelost wurde, wie man dies von clashes gewohnt ist. wie dem auch sei, black kat (ja) begann die erste 15 min. runde, die noch keinen sound eliminieren sollte, mit - wie koennte es anders sein - dem national anthem of jamaica, sanchez. die massive schien allmaehlich den beginn des musikalischen krieges zu realisieren und es gab die ersten forwards fuer jr. gongs "soundboy bahlin´ out", wenn auch etwas deplaziert, denn zu diesem zeitpunkt hatte sich ja noch kein soundbwoy zu wort gemeldet. es folgten regulars, wie glen washingtons "jah glory" und neben buju´s "boom bye bye" noch ein, zwei suspekte sizzla und sanchez (ob sie´s nun wirklich waren, sei mal dahin gestellt). alles in allem eher ein duerftiger start, was zu 80% daran gelegen haben duerfte, dass die eigentliche raubkatze, pantha nicht da war, um seinen sound zu vertreten.

freddy krueger hatte das wort und der frontman des hoechsten berges, killamanjaro, stellte schnell sicher, dass er nicht zum spass gekommen war. mittlerweile kennt freddy die deutsche massive und so flogen einem in der ersten runde schon tunes wie die sizzla-marcia combination, culture´s "see dem a come" oder die beiden sizzla-tunes auf dem 80´s "raggamuffin". (mash dem dung/ thank you mama) vc´s "by his deeds" rundete den ersten streich der killing-maschine ab und man war gespannt, was tony screw und downbeat entgegenzusetzen hat...

downbeats repraesentative erste runde war - wie erwartet - gespickt mit foundation classics, allen voran dennis brown´ s "here i come", gefolgt von einigen half pints, beres hammonds etc. . dazu gibt es nicht so viel zu sagen... downbeat ist eine klasse fuer sich und - auch wenn mich die "now massive!"-shouts von screw sehr an die zeit um ´93 erinnern - herrschte im ersten set von downbeat nicht wirklich kriegsstimmung. erwaehnt sei noch, dass sich screw kurzerhand des warm-up selectors (bomba / ruff song) bediente und mit ihm gemeinsam den clash bestritt.

alles wartete also auf den ersten auftritt der waechter, und elmar erweckte von anfang an den eindruck, er waere well-prepared. so startete er mit sacnchez und sizzla-accapella durch, gefolgt von half pint/anthony b. "beatings" als counteraction auf downbeat´s "greetings". schon frueh stellte sich heraus, dass sich an sentinel die geister scheiden werden. es gab gut forwards, beguenstigt durch die von anfang an recht dreiste speech elmars, jedoch auch fanatische jaro-fans, die nahezu jeden tune von sentinel mit boos und anderem getoese zu uebertoenen versucht haben. 2 sizzla counteractions, beres "shot nah buss", wieder sizzla "sentinel" kalonjie "praise ye jah", gefolgt von beres - two inna row (rock away/they gonna talk). dann der naechste groessere forward, jr. kellys sure shot "push e fire", dicht gefolgt von anthony b´s "killing sound wid a killing vibe" und dem dancehall-knueller "police". danach 2 custom-mades von nosliw "nur dabei", die zwar recht amuesant waren, jedoch keinen groesseren effekt auf die anderen sounds hatten, da diese kein wort verstanden. zum abrunden des ersten durchgangs noch willie williams "armageddon time", sean "platinum" paul "like glue" und ein bounty. fuer´s erste kein schlechter auftritt der stuttgarter, laesst auf mehr hoffen...

2nd round:

black kat again, und es wurde einem klar, dass sich die schwarze katze schon fast im aus gesehen hat und mit krampf versuchte, etwas zu retten. ich bin der ueberzeugung, dass dies mit pantha auch recht gut haette funktionieren koennen, schwere geschuetze wie d. brown´s "revolution" und barrington levy´s "here i come" sollten die massive dazu bewegen, ihre entscheidung noch einmal zu ueberdenken. dann die ersten echten probleme mit dem sound, die nadel ging zu bruch und black kat sah sich nicht in der lage, dies zu ueberspielen. dadurch gingen die naechsten tunes schwer unter. unter anderem samy dread "m16", errol dunkley "movie star" oder wieder d. brown "stop the fussing and fighting". nach einem freddy mcgregor und der meiner meinung nach besten variante von errol dunkley´s "black cinderella" (....no sound in dis world...). ein gregory isaacs, ein alton ellis und dann der wohl schwerwiegendste fehler im clash: beres hammond´s "what can you do", vorher von jaro gespielt - das grosse eigentor der katzen. da halfen auch die naechsten tunes (alton ellis / weak sean paul / capleton / elephant / anthony b...) und speeches wie "sentinel nah pon de map..." nichts mehr.. oder wie beres sagen wuerde: "there´s nothing you can do to stop your sound from dying".

king jaro wandte sich gleich elmar zu, konterte seine speech mit "you waan climb the tallest mountain, so you is a chi chi man..." gefolgt von tanya stephens clash anthem "what a clash". dann jaro´s "conquer"-hymne, shinehead / leroy gibbon / johnny osbourne mit "dubplate playin´" und "reason". freddy kuemmerte sich nur noch um elmar und sentinel, und spielte von luciano ueber bounty zu sizzla alles. bei sizzlas interpretation der taxi-version "...from dem collide inna killamanjaro" hielt freddy nichts mehr. hoch oben mit dem finger in richtung sentinel konnte sich der clash-begeisterte nun ueber jaro-originals wie capleton auf cuss cuss "different from the original one", shabba oder sizzla freuen. sehr gute zweite runde, und das publikum wusste dass zu honorieren.

downbeat schien sichtlich gelassen und stieg mit shabba "respect" auf hot milk ein. auch wenn man die nervositaet des selectors spuerte, machte tony screw gute miene zum recht aggressiven spiel und legte einige 98er ninjaman nach. der erste grosse forward kam dann fuer nicodemus... zurecht! auch wenn einem die reaktionen des publikums teilweise (bei chronicle und courtney melody) annehmen liessen, downbeat sei der jugglin´-sound fuer zwischendurch, spaetestens bei sizzla´s "clean up your heart" kam die massive zurueck. soweit ich mich erinnern kann war dann noch zeit fuer den new york-junior-slug, sluggy ranks und vor delroy wilson noch ein studio-1-sizzler "good ways". downbeat machte seinem namen alle ehre und liess sich (noch) nicht auf krieg ein, erleichterte jedoch durch souveraenitaet dem publikum die entscheidung...

sentinel sah sich im zugzwang, und musste nach den guten sets von jaro und downbeat das recht kritische publikum zurueck auf seine seite bringen. natuerlich darf da die beres hammond ansage gegen black kat nicht fehlen, (screw war das wohl egal...). elmar versuchte den teilweise weit angereisten klar zu machen, dass er es freddy nicht leicht machen wuerde und so gab es die counteraction von leroy gibbon "jaro´s worst moment" und die counteraction zu johnny osbournes "reason". freddy begann indessen auf seinem podium zu posen - btw, hat jemand freddy schon einmal laecheln sehen??? - wie dem auch sei, ce´cile mit sentinel´s "top a top"-anthem und die beiden custom-mades gegen jaro (degree / tok) schienen nicht den gewuenschten effekt zu erzielen. nach cocoa t´s "kill dem now" wurden zunaechst die herbalists ruhiggestellt (jigsy king - "gimme di weed") und mit mad cobra, bounty und einer assassin-marshall combination kamen auch die "rudeboys" und "bad man" oder wie elmar zu sagen pflegte "my thuggy thuggy friend dem" auf ihre kosten. tok, sizzler und beenie heizten der massive ordentlich ein, und dann geschah das, was keiner erwartete. elmar unleashed seinen xavier naidoo, der gaenzlich nach hinten losging und maechtig boos erntete.

trotz diesen "patzers" war es fuer die audienz klar, dass black kat raus ist... blieben also noch die beiden foundation-sounds aus uebersee und die waechter aus benztown...

3rd round:

freddy liess nichts anbrennen, jah cure und viele weitere jaro-classics wie uton green auf full up, freddy´s "five the hard way" (luciano / mikey general / admiral tibbet / charlie chaplin / josey wales) oder die (suspekte) tenna saw / nitty gritty combination heizten den gut gefuellten saal auf und bei tok´s chi chi man anthem brodelte die muffathalle. sizzla "give it to dem", tok, capleton´s "punchline" als gute ueberleitung zum jaro-artist supa cat hin zu garnett silk auf stalag. freddy schien sentinel ernst zu nehmen, und man sah genius teilweise hektisch in jaro´s kiste herumwuehlen...

tony screw sprang auf den classic-zug und legte einige seiner groessten stahlscheiben auf die raeder, unter anderem eine combination von fadda u-roy, josey wales, brigadier jerry und chaplin, die jedoch nur halb gespielt wurde unter der ankuendigung, er waere noch nicht bereit fuer briggy. prompt bekam man briggy in kombination mit leroy "don" smart auf die ohren. nicht nur die tunes, auch die sticky air in der halle zwang mich dazu, diese kurz zu verlassen. und waehrend ich mich durch die massen kaempfte, legte screw mit z.b. burro banton oder warrior king weitere heisse tunes nach, die die masse merklich verwirrten. es war also noch nichts klar, denn genauso viele fuer sentinel wie gegen...

elmar war nun im killing mood, schenkte nur noch freddy aufmerksamkeit und startete mit sizzla / gentleman "dem gone" und barrington levy´s "kill dem again". neben bounty´s "bad man kill fe fun" gab´s dann erstmal "foundation corner" mit anthony johnson´s "soundclash", freddy mcgregor "hide and seek", alton ellis "breaking up is hard to do" mit differenten lyrics zu black kat´s version aus runde 2 und glen washintons "number one sound". elmar schien zu merken, dass er noch nicht im sicheren hafen war und so gaben sich die big deejays die klinke (sizzla "sound killa" / "gunshot", bounty "convince", beenie "me shot anybody...", capleton "cyaan sleep at night" und bounty again "big tings ah gwaan 2004". ein tiefer griff in die kiste brachte dann noch ein tok-custom made (the everlasting sound), capleton auf clappas und degree custom-made gegen jaro hervor.

decision time again... stimmig war hier nur jaro. sentinel kam erst bei der frage nach den haenden weiter, soweit ich mich erinnern kann, gab es (zumindest in meiner nahen umgebung) kaum jemanden, der bei senti seine arme nicht in der hoehe hatte...
downbeat also out, trotzdem sehr gute vorstellung des veteranen screw und seiner box...
respect!

final round - tune fe tune:

"each sound a play ten chune..." ?!?!?!

erster punkt fuer jaro (cocoa tea "tune in"), trotz guter combination von sentinel (alton ellis/dennis alcapone), jedoch prangerte freddy den dj-part an und das publikum gab ihm recht.

wieder jaro (jr. reid "sound nuh have sense" / "fit you haffi fit"), gegen derrick morgan "sentinel is a blazing fire". weiter mit jaro-classic von johnny clarke "jaro nuh fear no sound" gegen max romeo "the everlasting sound".

von da an war es schwer, einzuschaetzen, fuer wen das publikum stimmte, jaro-fans schrien "boooh!", noch bevor elmar die chance hatte, einen tune zu spielen und grosse teile der audienz sahen sich hin und hergerissen...

jaro´s version von george nooks "tribal war" konnte meiner meinung nach nicht wirklich gegen den big marcia griffith´s tune von sentinel standhalten, als freddy jedoch garnett´s "rub a dub souljah" anspielte, hielt es keinen mehr.

dagegen kam einem sentinel´s beres hammond wie ein tropfen auf den heissen stein vor. freddy sah sich nun in fuehrung und wollte sich den titel nicht mehr nehmen lassen. also wieder garnett silk "call the undertaker" gegen alton ellis sample-tune "it´s a shame". freddy wandte sich zur massive und erklaerte sentinel mit cocoa tea´s "18 and over" fuer zu jung, um jaro toeten zu koennen.

sichtlich in die ecke gedraengt folgte johnny osbourne "surrender your heart", jaro konterte mit ini kamoze "jaro sound inna de area". fuer viele mich umgebende clash-besucher schien alles klar, sentinel jedoch setzte sich mit aktivem widerstand (beres hammond "putting up resistance") zur wehr. 2 tunes noch, tenna saw "try you die" gegen marcia griffith´s "you gonna die" und tenna saw again gegen max romeo "chase the devil".

soviel zu den 10 tunes, freddy schien vergessen haben zu zaehlen und pionear zeigte auch wenig interesse dem geschehen ein ende zu setzen, also...

tune 11: jaro - garnett silk / richie stephens "fight back" gegen sentinel - michael prophet "gunman".

wie gesagt, ich sah die massive recht unentschlossen waehrend des tune fe tune, doch dann ging alles recht schnell. ohne herrn pionear zu nahe treten zu wollen, war ich sehr ueberrascht, dass die entscheidung vom jaro-podium aus verkuendet wurde.
eine kurze frage und der gewinner stand fest. ohne auch nur den ansatz zu zeigen, noch mal zu fragen, oder sich die haende des publikums zeigen zu lassen, wanderte die trophy in die haende von freddy. and the winner is: killamanjaro.
freddy gab zu, einen harten kampf bekommen zu haben gab sentinel verdient ratings.

alles in allem eine sehr gelungene veranstaltung, die nach wiederholung in aehnlichem rahmen schreit. im anschluss an den clash gab es dann noch eine allstar-session fuer den harten kern, ich fuer meinen teil bekam die erhoffte unterhaltung und trat gegen 5h in der frueh die heimreise an.

grosses lob an alle beteiligten sounds, riddim-magazin und budadub fuer die nahezu perfekte organisation und die schaltung des internet-streams, der es auch den zu hause gebliebenen ermoeglichte, etwas clash-atmosphere zu spueren. fuer alle, die es verpasst haben, die tapes sind ueber www.dancehall-tapes.de zu beziehen, download des streams auf www.claat.com. weitere berichte bei riddim.de, sowie der stream in guter qualitaet bei rastamusic.com.

danny fyah fuer sound-everest.com